+++english version below the aftermovie+++
Autoren: Hendrik Holzhauer & Lasse Brömlage
Wie lassen sich sportlicher Erfolg mit Daten erklären, Sportorganisationen verantwortungsvoll führen und komplexe Inhalte zielgruppengerecht kommunizieren? Diesen Fragen gingen wir im Rahmen des Moduls M7 „Sport Economics, Governance and Media“ nach. Zweieinhalb Wochen lang verband das Programm wissenschaftliche Vorträge, interaktive Workshops, eigene Analysen, Praxisbesuche und zahlreiche gemeinsame Erlebnisse.
In den ersten Tagen erhielten wir vielfältige Einblicke in Sport Governance und das Social Media Marketing. Die Vorträge behandelten unter anderem eine Managementperspektive auf Governance, die Autonomie des Sports, Ethikmanagement, Gender Equality sowie Governance und Integrität im E-Sport. Besonders eindrücklich war Viktoriia Smirnovas Beitrag zur Autonomie und politischen Neutralität des Sports. Ihre persönliche Perspektive, geprägt durch ihre russischen Wurzeln, verlieh der Diskussion über das Verhältnis von Sport und Politik besondere Tiefe und machte deutlich, wie eng sportliche Entscheidungen mit gesellschaftlichen und politischen Erwartungen verbunden sind. Im Workshop zum Social Media Marketing befassten wir uns mit dem veränderten Mediennutzungsverhalten der Gesellschaft, den Chancen und Risiken von Social Media und entwarfen eigene Social Media Kampagnen zu selbst ausgewählten Themen. Im Media Projekt konnten wir außerdem den Umgang mit bestimmten Medien eigenständig erleben und haben hier diverse Content Formate erstellt.
Interaktive Workshops wie das Sports Good Governance Game und das Legacy-Governance-Format „The Fix It Game“ halfen uns dabei, die theoretischen Inhalte auf konkrete Situationen zu übertragen. Auch die Beiträge zur Governance und langfristigen Wirkung von Mega-Sportevents zeigten, dass Entscheidungen rund um große Veranstaltungen weit über den eigentlichen Wettkampf hinausreichen. Transparenz, klare Verantwortlichkeiten und eine offene Auseinandersetzung mit Zielkonflikten waren dabei zentrale Themen.
Ein wichtiger Teil des Blockseminars waren unsere eigenen sportökonomischen Präsentationen. In kleinen Teams verbanden wir sportliche Fragestellungen mit empirischer und überwiegend quantitativer Analyse. Untersucht wurde zum Beispiel, wie stark Budgets den sportlichen Erfolg in der Bundesliga und der Formel 1 beeinflussen. Andere Gruppen betrachteten den Zusammenhang von Bruttoinlandsprodukt, Bevölkerungsgröße, Entwicklungsstand, Klimazonen, Gebirgsregionen und Tradition mit dem Erfolg bei Olympischen und Paralympischen Winterspielen.
“Olympische Medaillen haben ein Preisschild aber Geld allein formt keine Olympiasieger.” - Niklas Baur
Auch historische und fußballbezogene Themen spielten eine Rolle. So beschäftigten wir uns mit den sportlichen Erfolgen der DDR, der Aussagekraft des FIFA-Rankings für die Weltmeisterschaft 2026 und der Frage, welche Bedeutung Diaspora, Ausbildung und Vereinskarriere für die Wahl einer Nationalmannschaft haben können. Durch die anschließenden Diskussionen und das Feedback lernten wir, Ergebnisse nicht nur zu berechnen, sondern verständlich zu erklären und kritisch einzuordnen. Besonders wichtig war dabei die Unterscheidung zwischen einem statistischen Zusammenhang und einer tatsächlichen Ursache.
Weitere Vorträge beschäftigten sich mit dateninformierten Entscheidungen im Hochleistungssport und dem Management erfolgreicher Elite-Sportsysteme auf Grundlage des SPLISS-Ansatzes. Diese Einheiten zeigten uns, dass nicht die Menge der verfügbaren Daten entscheidend ist, sondern die Qualität der Fragestellung und die passende Interpretation. Ergänzt wurde dies durch Einblicke in die Schnittstelle von Sport, Kommerzialisierung und Digitalisierung sowie in die Organisation und Vermarktung des Radrennens Eschborn-Frankfurt.
“Mein wichtigstes Takeaway war Peter de Leedes Botschaft: Raus aus der Komfortzone, neue Herausforderungen suchen und den Mut haben, auch ins Ausland zu gehen.” – Tim Beerenwinkel
Ein besonderes Highlight waren die beiden Exkursionstage nach Wiesbaden und Mainz. Beim Deutschen Schützenbund erhielten wir Einblicke in die Verbandsarbeit und besichtigten das Trainingsumfeld des Hochleistungssports. Die Führung machte sichtbar, wie sportfachliche, administrative und kommunikative Aufgaben in einem Verband zusammenwirken. Angesichts des Umgangs mit Sportwaffen trägt der Verband zudem eine besondere rechtliche und sicherheitsbezogene Verantwortung. Dazu gehören die Vermittlung von Waffensachkunde, die Qualifizierung verantwortlicher Aufsichtspersonen sowie die Einhaltung der Vorgaben für den sicheren Umgang, den Transport und die Aufbewahrung von Waffen und Munition.
Anschließend besuchten wir die Agentur ONE8Y. Dort ging es um die Frage, welche Marken im Wettbewerb um Aufmerksamkeit bestehen können. Im Workshop „Gut Feeling vs. Database – The Sports Business Experiment“ verglichen wir intuitive Entscheidungen mit datenbasierten Ansätzen. Besonders spannend war die Erkenntnis, dass Erfahrung und Daten keine Gegensätze sein müssen. Gute Entscheidungen entstehen häufig dann, wenn Intuition durch eine belastbare Datengrundlage geprüft und ergänzt wird.
Der zweite Exkursionstag begann beim Deutschen Golf Verband und der Deutschen Golf Sport GmbH. Wir erhielten Einblicke in einen besonders digital ausgerichteten Sportverband und diskutierten Barrieren, die Menschen den Zugang zum Golfsport erschweren können. Dabei wurde deutlich, wie digitale Angebote, Marketing und Zielgruppenwissen dabei helfen können, neue Mitglieder anzusprechen und bestehende Wahrnehmungen des Sports zu verändern.
Bei PIONEERS lernten wir anschließend die Arbeit einer Sportagentur aus nächster Nähe kennen. In Gruppen entwickelten wir für eine ausgewählte Marke eine Brand Experience im Umfeld des Berlin-Marathons und präsentierten unsere Konzepte in kurzen Elevator Pitches. Eine Einheit zur Karriereplanung schlug zudem die Brücke zwischen den Inhalten des Seminars und unseren eigenen beruflichen Perspektiven. Die direkte Rückmeldung aus der Praxis war besonders wertvoll, weil wir unsere Ideen klar, zielgruppengerecht und in kurzer Zeit überzeugend vermitteln mussten.
Nach den Exkursionen beschäftigten wir uns weiter mit strategischer Kommunikation und Zukunftsfragen. Dazu gehörten Change Management am Beispiel der European Super League, Krisenkommunikation nach ethischem Fehlverhalten und Social Media im Nationalmannschaftsfußball. In den Einheiten zu Future Studies, zur Zukunft des Sports und zu Olympischen Spielen lernten wir außerdem, mögliche Entwicklungen nicht nur als Prognosen, sondern als unterschiedliche Szenarien zu betrachten.
In den abschließenden Workshops griffen wir Themen wie Wintersport und Klimawandel, Integritätsinitiativen, geopolitische Veränderungen und Narrative im E-Sport auf. Dadurch schloss sich der Kreis zwischen Governance, Ökonomie, Medien und gesellschaftlicher Verantwortung. Für uns wurde deutlich, dass sich die zentralen Herausforderungen des Sports selten nur einem einzelnen Fachbereich zuordnen lassen.
Neben der thematischen Expertise der Vortragenden war das Networking ein besonders wichtiger Teil der Erfahrung. In den Pausen, bei Workshops und während der Exkursionen konnten wir mit Forschenden, Verbandsverantwortlichen, Agenturvertretern, Alumni und Mitstudierenden ins Gespräch kommen. Viele dieser Gespräche gaben uns Einblicke in mögliche Berufsfelder und Karrierewege. Aus fachlichen Fragen entstanden so neue Kontakte, die über das eigentliche Seminar hinaus wertvoll bleiben können.
“Ungewohnte Wege ausprobieren, offen auf Menschen zugehen und Fähigkeiten stärken, die KI nicht ersetzen kann.” – Stella Henninger
“Mut haben beim Treffen von Entscheidungen“ – Jan Eckel
Auch das Freizeitprogramm trug wesentlich zum Zusammenhalt der Gruppe bei. Beim Alumni-Beachvolleyballturnier kamen aktuelle Studierende, Alumni und Lehrende in entspannter Atmosphäre zusammen. Für einen besonderen sportlichen Moment sorgte das Team der Abteilung, das den Titel nach 18 Jahren erstmals wieder gewann. Das Tennisturnier bot eine weitere Gelegenheit für sportlichen Wettbewerb und gemeinsame Erlebnisse außerhalb des Seminarraums.
Ein weiterer Höhepunkt war der gemeinsame Besuch des Mainzer Marktfrühstücks mit dem anschließenden Auftaktspiel des 1. FSV Mainz 05 gegen den SC Paderborn in der MEWA Arena (Auch wenn das Ergebnis zu wünschen übrig ließ). Gerade diese gemeinsamen Aktivitäten schufen Raum für persönliche Gespräche und machten aus den intensiven Seminartagen eine zusammenhängende Gruppenerfahrung.
“M7 war eine gute Zeit! Wir sind durch unsere Social Events als Team noch enger zusammengewachsen, konnten während der Exkursion neue Connections knüpfen und haben spannende Einblicke in die Zukunft des Sports, die Medienwelt, vieles mehr mitgenommen.” – Lisa Emmerich
Rückblickend war das Blockseminar eine abwechslungsreiche und intensive Erfahrung. Die Kombination aus wissenschaftlichen Inhalten, eigenen quantitativen Analysen, Einblicken in Verbände und Agenturen sowie den gemeinsamen Freizeitaktivitäten eröffnete uns viele neue Perspektiven auf das internationale Sportmanagement. Besonders in Erinnerung bleiben werden uns die persönlichen Begegnungen, die offenen Diskussionen und die Erkenntnis, dass gute Entscheidungen im Sport Fachwissen, Verantwortung, Kreativität und belastbare Daten miteinander verbinden müssen.
“Egal was die Zukunft in sich hält, der Sport bleibt bestehen. Er passt sich an, verändert sich und wir sind bald mittendrin. Wir sind nach dem Studium breit aufgestellt um einen Job zu finden der zu uns passt, solange wir bereit sind, aus unserer Komfortzone zu gehen.” – Luca Milia
Unser besonderer Dank gilt allen Dozenten, Vortragenden, Organisationen, Expert:innen, Alumni und Beteiligten, die uns mit großer Offenheit empfangen und ihr Wissen mit uns geteilt haben. Ihre fachlichen Einblicke, die zahlreichen Gespräche und die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, haben maßgeblich dazu beigetragen, dass das Blockseminar fachlich und persönlich zu einer bereichernden Erfahrung wurde.














Please find the Official Aftermovie here
English version:
How can data be used to explain sporting success, how can sports organisations be managed responsibly, and how can complex content be communicated in a way that is appropriate for the target audience? We explored these questions as part of the M7 module “Sport Economics, Governance and Media”. Over the course of two and a half weeks, the programme combined academic lectures, interactive workshops, our own analyses, field visits and numerous shared experiences.
During the first few days, we gained a wide range of insights into sports governance. The lectures covered topics including a management perspective on governance, the autonomy of sport, ethics management, gender equality, and governance and integrity in esports. Viktoriia Smirnova’s contribution on the autonomy and political neutrality of sport was particularly memorable. Her personal perspective, shaped by her Russian roots, added a special depth to the discussion about the relationship between sport and politics and demonstrated just how closely sporting decisions are linked to societal and political expectations.
Interactive workshops such as the Sports Good Governance Game and the legacy governance format “The Fix It Game” helped us apply the theoretical content to specific situations. The contributions on the governance and long-term impact of sporting mega-events also showed that decisions surrounding major events extend far beyond the competition itself. Transparency, clear responsibilities and an open examination of conflicting objectives were central themes throughout. In the social media marketing workshop, we explored changes in society’s media usage patterns and the opportunities and risks of social media, and we designed our own social media campaigns on topics of our choice. In the media project, we also had the opportunity to gain hands-on experience working with specific media formats and created a variety of content formats.
An important part of the block seminar was our own presentations on sports economics. Working in small teams, we combined questions relating to sport with empirical and predominantly quantitative analysis. We examined, for example, the extent to which budgets influence sporting success in the Bundesliga and Formula 1. Other groups explored how gross domestic product, population size, level of development, climate zones, mountainous regions and tradition relate to success at the Olympic and Paralympic Winter Games.
“Olympic medals come with a price tag, but money alone does not create Olympic champions.” – Niklas Baur
Historical and football-related topics also played a role. We examined the sporting successes of the GDR, the predictive value of the FIFA rankings for the 2026 World Cup, and the significance that diaspora, education and club careers can have when choosing a national team. Through the discussions and feedback that followed, we learned not only how to calculate results, but also how to explain them clearly and assess them critically. One particularly important aspect was distinguishing between statistical correlation and actual causation.
Further lectures focused on data-informed decision-making in high-performance sport and on managing successful elite sport systems based on the SPLISS approach. These sessions showed us that it is not the volume of available data that matters, but the quality of the question and the appropriateness of the interpretation. This was complemented by insights into the intersection of sport, commercialisation and digitalisation, as well as the organisation and marketing of the Eschborn-Frankfurt cycling race.
“My most important takeaway was Peter de Leede’s message: Step outside your comfort zone, seek out new challenges and have the courage to go abroad as well.” – Tim Beerenwinkel
A particular highlight was the two days of field visits to Wiesbaden and Mainz. At the German Shooting Sport Federation, we gained insights into the work of a sports federation and toured the training environment for high-performance sport. The visit illustrated how technical, administrative and communication-related responsibilities interact within a federation. Given its involvement with sporting firearms, the federation also bears particular legal and safety-related responsibilities. These include providing firearms proficiency training, qualifying responsible supervisors, and complying with regulations governing the safe handling, transport and storage of weapons and ammunition.
We then visited the agency ONE8Y. The focus there was on which brands can succeed in the competition for attention. In the workshop “Gut Feeling vs. Database – The Sports Business Experiment”, we compared intuitive decisions with data-driven approaches. It was particularly interesting to realise that experience and data do not have to be opposites. Good decisions often emerge when intuition is tested and complemented by a reliable foundation of data.
The second day of field visits began at the German Golf Association and Deutsche Golf Sport GmbH. We gained insights into a particularly digitally oriented sports federation and discussed barriers that can make golf less accessible. It became clear how digital services, marketing and knowledge of target audiences can help attract new members and change existing perceptions of the sport.
At PIONEERS, we then had the opportunity to experience the work of a sports agency at close quarters. In groups, we developed a brand experience for a selected brand in the context of the Berlin Marathon and presented our concepts in short elevator pitches. A career-planning session also built a bridge between the seminar content and our own professional prospects. The direct feedback from practitioners was particularly valuable because we had to communicate our ideas clearly, convincingly and with the target audience in mind, all within a short space of time.
Following the field visits, we continued to explore strategic communication and questions about the future. Topics included change management using the European Super League as an example, crisis communication following ethical misconduct, and social media in national-team football. In the sessions on future studies, the future of sport and the Olympic Games, we also learned to view potential developments not simply as forecasts, but as a range of different scenarios.
In the final workshops, we addressed topics such as winter sports and climate change, integrity initiatives, geopolitical shifts and narratives in esports. This brought the themes of governance, economics, media and social responsibility full circle. It became clear to us that the central challenges facing sport can rarely be assigned to a single discipline.
Alongside the speakers’ subject-matter expertise, networking was a particularly important part of the experience. During breaks, workshops and field visits, we had the opportunity to speak with researchers, federation officials, agency representatives, alumni and fellow students. Many of these conversations gave us insights into potential professional fields and career paths. In this way, subject-specific questions led to new contacts that may remain valuable well beyond the seminar itself.
“Try unfamiliar paths, approach people with an open mind and strengthen the skills that AI cannot replace.” – Stella Henninger
“Have courage when making decisions.” – Jan Eckel
The leisure programme also made an important contribution to the group’s sense of togetherness. At the alumni beach volleyball tournament, current students, alumni and lecturers came together in a relaxed atmosphere. The department team provided a particularly memorable sporting moment by winning the title for the first time in 18 years. The tennis tournament offered another opportunity for sporting competition and shared experiences outside the seminar room.
Another highlight was our group visit to the Mainz market breakfast, followed by the opening match between 1. FSV Mainz 05 and SC Paderborn at the MEWA Arena (even if the result left something to be desired). These shared activities in particular created space for personal conversations and turned the intensive seminar days into a cohesive group experience.
“M7 was a great time! Our social events brought us even closer together as a team, we made new connections during the field visit, and we gained exciting insights into the future of sport, the world of media and much more.” – Lisa Emmerich
Looking back, the block seminar was a varied and intensive experience. The combination of academic content, our own quantitative analyses, insights into federations and agencies, and shared leisure activities opened up many new perspectives on international sports management. What we will remember most are the personal encounters, the open discussions, and the realisation that good decisions in sport must combine expertise, responsibility, creativity and reliable data.
“No matter what the future holds, sport is here to stay. It adapts, changes, and soon we will be right at the heart of it. After graduation, we will have a broad range of options for finding a job that suits us, as long as we are prepared to step outside our comfort zone.” – Luca Milia
We would especially like to thank all lecturers, speakers, organisations, experts, alumni and contributors who welcomed us so openly and shared their knowledge with us. Their professional insights, the many conversations and the opportunity to make new contacts played a major role in making the block seminar such an enriching experience, both academically and personally.
